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​Der deutsche Unternehmer in den Niederlanden

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Van Weeghel Doppenberg Kamps Notare aus Doetinchem war in 2016 zum zweiten Mal beim deutsch-niederländischen Handelstag in Mönchengladbach anwesend. Da wir auch einen eigenen Stand hatten, konnten wir unsere Namenbekanntheit vergrößern. AHA 24x7 hatte uns gebeten, ein Interview zu geben und dabei zu erklären, worauf deutsche Unternehmer achten müssen, wenn sie eine Niederlassung in den Niederlanden gründen möchten. Zur Vorbereitung hatten wir einige Fragen vorbereitet.

Van Weeghel Doppenberg Kamps Notare aus Doetinchem war in 2016 zum zweiten Mal beim deutsch-niederländischen Handelstag in Mönchengladbach anwesend. Da wir auch einen eigenen Stand hatten, konnten wir unsere Namenbekanntheit vergrößern.

AHA 24x7 hatte uns gebeten, ein Interview zu geben und dabei zu erklären, worauf deutsche Unternehmer achten müssen, wenn sie eine Niederlassung in den Niederlanden gründen möchten. Zur Vorbereitung hatten wir einige Fragen vorbereitet.

Wir beraten deutsche Unternehmen, die in den Niederlanden aktiv werden wollen. Was ist die häufigste Einstiegsfrage?
Durch ein Tochterunternehmen in den Niederlanden können deutsche Unternehmer auf dem Nachbarmarkt sichtbar und erfolgreich werden. Das verstärkt ihr Image.

Es sind wesentlich mehr deutsche Unternehmen in den Niederlanden aktiv als bisher angenommen. Insgesamt gibt es heute beinahe 3.400 deutsche Unternehmen mit einem (oder mehreren) Tochterunternehmen in den Niederlanden, in 2009 waren es noch 2.350.

Vor allem die Metropole Amsterdam und Rotterdam besitzen viel Anziehungskraft für deutsche Unternehmer. Dazu gehören bekannte Firmen wie zum Beispiel Adidas, Allianz, Schenker, Falke und WMF.

Aber auch in der Grenzregion von Gelderland gibt es 110 deutsche Unternehmen.

Dann stellt sich eine erste Frage, in welchen Bereichen der deutsche Unternehmer tätig ist. Diese Tätigkeit bestimmt der Standort. Unsere Kanzlei berät Unternehmer über die möglichen Rechtsformen für ein Tochterunternehmen und unterstützt deutsche Unternehmer bei der Gründung einer Gesellschaft in den Niederlanden und bei allen weiteren unternhemensrechtlichen Fragen. Weitere Vorzüge der Niederlanden sind:

  • die deale Lage des Landes,
  • eine gesunde Finanzpolitik,
  • die perfekte Infrastruktur,
  • das günstige Steuersystem
  • und außerdem ist Deutschland der wichtigste Exportpartner der Niederlande.

Wie können wir deutsche Unternehmen beim Markteinstieg unterstützen?
Das betrifft insbesondere die Themengebiete:

  • Gründung einer BV;
  • Gesellschaftsverträge;
  • Eintragung einer Zweigniederlassung;
  • Unternehmensverkauf und Joint Ventures;
  • Übergang von Anteilen;
  • Kaufverträge von Immobilien;
  • Eintragungen im Grundbuch
  • Beurkundung von Hypotheken und Darlehen.

Van Weeghel Doppenberg Kamps Notare ist dabei der zentrale Ansprechpartner.

Die BV entspricht juristisch in etwa einer GmbH. Allerdings ist sie aus Sicht der formal juristischen Konstruktion eher eine kleine AG.
Die BV wird wie die deutsch GmbH unter Mitwirkung eines Notars gegründet.
Dieser erstellt zunächst einen Satzungsentwurf.
Die BV kann schnell gegründet werden und kann schon in der Gründungsphase als “BV i.o” (Gesellschaft in der Gründungsphase) tätig sein.

Gesellschaftsverträge sind in der Regel sehr umfangreich und erfordern eine umfassende Beratung.

Die Niederlande als sicherer Hafen für Immobilieninvestoren
Auf dem deutschen Markt wird es eng für Immobilieninvestoren.
Der niederländische Immobilienmarkt erlebt hingegen seit etwa drei Jahren einen Aufschwung.

Deutsche Immobilieninvestoren sind jetzt besonders aktiv. Manche Investoren lassen sich von Van Weeghel Doppenberg Kamps Notare in Doetinchem beraten. Etwa 40% der Transaktionen auf dem niederländischen Büroimmobilienmarkt werden von deutschen Investoren getätigt.

Das hat mehrere Gründe:

  • das gestiegene Sicherheitsbedürfnis der Investoren;
  • die starke Wirtschaft in den Niederlanden;
  • die stabilen politischen Verhältnisse;
  • die Rechtssicherheit;
  • einen sehr transparenten Immobilienmarkt;
  • die Einkaufspreise sind auf einem attraktiven Niveau;
  • das Immobilienangebot in Deutschland hält der starken Nachfrage nicht mehr stand;
  • das Angebot in Amsterdam ist bereits sehr ausgedünnt;
  • Investoren fokussieren sich jetzt auch auf andere niederländische Regionen;
  • die Netto-Anfangsrenditen sind günstig;
  • Mietverträge in Amsterdam dauern von 3 bis 5 Jahre;
  • in anderen Regionen sind Mietverträge mit einer Frist von 10 Jahren möglich;
  • die Finanzierungsbedingungen sind günstig.

Wo verbergen sich aufgrund unserer Erfahrung nach die größten Fallgruben für deutsche Unternehmer auf den Weg ins Nachbarland? Was ist aus unserer Sicht die größte Herausforderung?
Die Erfahrung lehrt, dass es notwendig ist, bei den Geschäften mit den Niederländern flexibel zu sein. Deutsche Unternehmer werden nicht immer als flexibel gesehen. Es dauert oft lang, bevor ein deutscher Unternehmer Entscheidungen trifft. Der deutsche Unternehmer könnte etwas Entscheidungsfreudiger sein. In den Niederlanden kommt man oft sehr schnell zur Übereinstimmung und macht dann gerne gleich Vereinbarungen.

Die hierarchischen Strukturen in den Niederlanden sind oft lockerer als in Deutschland. Es wird in den Niederlanden schnell “geduzt”. Das bedeutet aber nicht, dass gleich eine Freundschaft entstanden ist. Der gute Geschäftssinn steht im Vordergrund.

Weil wir beide Kulturen sehr gut verstehen, können wir unsere Mandanten beraten und sie vor Fallgruben schützen.

Der deutsche Unternehmer sollte sich der Unterschiede der beiden Rechtssysteme, wie zum Beispiel im Bereich des Unternehmensrechts, Steuerrechts und Sozialversicherungsrechts, bewusst sein.

Einige deutsche Unternehmen sind in den Niederlanden erfolgreich. Was sind die Erfolgsfaktoren?
Wie in Deutschland ist es in den Niederlanden wichtig, Produkte zu liefern und Dienstleistungen anzubieten, die von bester Qualität sind. Auch Tauglichkeit und Zuverlässigkeit sind unentbehrlich. Weiterhin denken wir an einen guten Internetseite, weil E-Commerce in den Niederlanden sehr weit entwickelt ist.

Bevorzugt sind die Regionen, in der schon andere deutsche Unternehmen aktiv sind und gut funktionierende Netzwerke bestehen. Deutsche Investoren spielen eine wichtige Rolle. Unser Kanzlei berät u.a. deutsche Investoren, die in Immobilien investieren und danach langfristige Mietverträge mit andere Unternehmer schließen.

Deutsche Unternehmer nutzen viele Standorte als Knotenpunt für die Benelux und den westeuropäischen Markt. Amsterdam ist nicht nur ein Finanzzentrum sondern bietet Dienstleistern, kreativen und Beratungsunternehmen sehr gute Bedingungen.

Rotterdam spielt dagegen vor allem als größter europäischer Hafen eine wichtige Rolle in der Logistik und dem Transport.

Auch auf dem Gebiet der Energie und des Recyclings gibt es viele Chancen.

Es gibt 579 deutsche Unternehmen im Bereich der Handelsvermittlung und des Großhandels und 447 Unternehmen im Bereich der Dienstleistungen. Es folgen 350 deutsche Kreditgewerbe, 271 deutsche Maschinenbauunternehmen, 170 Transportunternehmen, 161 Chemieunternehmen und manche Unternehmen im Bereich der Automobilindustrie, und Metallindustrie, z.B. Gießereien.

Die größten Chancen für deutsche Unternehmen in den Niederlanden
Wir sehen große Chancen auf dem Gebiet von Immobilien, Dienstleistungen, Logistik und Transport, Energie, Fahrzeugindustrie, Chemie, Innovation, Design, Gesundheit und dauerhaften Gütern.

Über den Autor - Cees Doppenberg LL.M.


Notarieller Jurist/ Berater

Kompetenzbereiche:

  • Familienrecht
  • Testamente
  • Nachlässe
  • Vorsorgevollmachten (Generalvollmacht und Patientenverfügung)
  • Erbscheine
  • Steuererklärungen für die Erbschaftssteuer
  • Schenkungen
  • Erstellung von Eheverträgen und Gütertrennungen
  • Lebensgemeinschaftsverträge

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